Es war OK...

Fly, Du müsstest ca. 18 Jahre alt gewesen sein, als Du am 25.01.2015 von uns gegangen bist.

Seit nun sieben Tagen, schaue ich auf den verwaisten Platz neben meinem Bett. Gedanken wie „Du kommst nicht mehr zurück“ oder „wie gern würden wir Dich weiterhin durchs Haus tragen“, „Dir was Leckeres zu essen machen“, „Dich zum Pippi machen raus bringen und halten“ , „deine Tücher waschen und Dich baden, wenn mal was danebenging.“

Wie gern würden wir mit Dir noch einmal einen Ausflug mit Deinem Wägelchen machen.
Du hast so viel Freude daran gehabt. Zum Beispiel unser Besuch auf dem Weihnachtsmarkt: die Lichter und die vielen netten Menschen die zu Dir kamen, hatten Dir große Freude bereitet.



Liebe kleine Fly, es war schön, Dir noch etwas zurückgeben zu können, von dem was Du uns gegeben hast.

Unter nicht schönen Umständen und auf Umwegen kamst Du zu uns und bliebst. Du wolltest nicht mehr gehen und das war auch gut so. Wir hatten viele schöne Jahre und mussten auch manchmal mi Dir um Dein Leben bangen, weil Du krank warst und keiner so recht wusste, was Dir fehlte.
Hohes Fieber hatte Dich gequält und doch hast Du gekämpft und gewonnen. Keine Medizin sondern nur Dein Wille hat Dich zum Sieger werden lassen.
Jederzeit hätte ich weitere Nächte mit Dir durchwacht, es war nicht mehr nötig, Du hattest durch gefiebert und was auch immer es war besiegt. Du hast mit den großen Hunden mitgehalten, Dich nie unterkriegen lassen und auch als Deine Beinchen nicht mehr so wollten, Dich doch immer bemüht Deinen Weg noch zu schaffen.

Kleine Dackelmaus, wir haben Dich immer so bewundert und viel von Dir gelernt. Danke, dass Du zu uns gekommen bist und danke für Deine Liebe und Deine Treue. Kleine Fly wir haben Dich für immer in unserem Herzen fest verankert.
Denke daran, immer wieder habe ich dir gesagt, dass ich Dich sehr lieb habe. Mit diesem Wissen geh ins Licht und sei glücklich.



Es gab Menschen, die der Meinung waren, dass wir diesen alten Hund doch erlösen sollten.
Sie verstanden nicht, dass wir das Tierchen pflegten und meinten uns doch belehren zu müssen. Schließlich wäre der Hund ja nun schon sehr alt und man solle sie doch nicht leiden lassen. Diese Menschen hatten das Hündchen ab und zu mal bei uns gesehen und wussten natürlich genau, dass sie leidet.

Wir die täglich mit ihr zusammen waren – hatte ja keine Ahnung.
In der Tat hatten diese Leute ihre Tiere zack zack „erlöst.“

War das wirklich aus Liebe zum Tier oder weil jetzt der unschöne Teil für den Tierbesitzer gekommen wäre?
Man Opfer bringen müsste, sein eigenes Leben dem kleinen nun Hilfe brauchenden Freund anpassen müsste. Eigentlich wollten sie von uns ein Alibi, damit sie sich keine Vorwürfe machen brauchten und die nächsten Tiere weiter schnell entsorgen könnten. Solche Menschen mögen es gar nicht, wenn man ihnen den Spiegel vorhält. Wir hätten nie gewagt jemanden derartig Vorschriften zu machen. Was nehmen diese Leute sich eigentlich raus?
Ihre Tiere sind noch nicht einmal richtig krank und dennoch werden sie krank geredet, damit man sich bloß keine Mühe mit ihnen machen braucht, sollte es mal unbequem werden. Dann doch lieber schnell weg mit ihnen.



Hätte Fly gelitten oder Schmerzen gehabt, wären auch wir sofort bereit gewesen sie davon zu erlösen. Für diesen Fall hatten wir bereits mit einem Tierarzt gesprochen, der selbstverständlich auch sofort gekommen wäre. Es war aber nicht notwendig. Sie hatte keine Schmerzen und genoss die Pflege und wir waren dankbar ihr unsere Liebe beweisen zu dürfen. An ihrem letzten Tag, wartete sie geduldig auf eine gekochte Hähnchenbrust, mit Reis und Gemüse, aß alles mit Genus auf und legte dann wenig später ihr Köpfchen halb auf ihre Pfötchen und halb in meine Hände und starb. Nein, sie schlief einfach für immer ein.
Sie sah so zufrieden aus.




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Wir sind traurig und sie fehlt uns, auch wenn man auch damit gerechnet hatte, ist man doch nie vorbereitet genug.
Aber es ist gut so, sie ging so friedlich; es war okay.

Nicht weil ein Tier alt ist, muss man sein Leben gleich beenden, mit welchen Recht entscheiden Menschen so?
Zu verstehen ist das nur wenn ein Tier leidet und dann sollte es dennoch mitentscheiden können.
Wenn jemand sein Tier kennt und liebt, wenn er genau weiß was es möchte, dann sollte das schon mit dazu gehören, wenn man eine so große Freundschaft über Jahre erleben durfte.

Wir sind dankbar für alles was dieses kleine alte Hündchen uns gegeben hatte und auch dafür, dass wir gemeinsam ihren letzten Tag mit ihr verbringen durften.
Ich kann sagen: " Sie ging zufrieden!"

Eine Spiritistin, die mit Tieren arbeitet, erzählte mir mal, dass wenn man ein weißes oder graues Federchen findet und spontan an jemanden denkt der verstorben ist, dass dieser Jemand dann zum Engel geworden ist.

Fly ist jetzt ein Engelchen